Wie es gelingt ein Präventionsprogramm in der Kommune umzusetzen
Modellhafte Implementierung
Hier finden Sie ein Beispiel einer modellhaften Implementierung, die nachhaltig gelungen ist. Das DFK hat über den Zeitraum von einem Jahr die Implementierung eines evidenzbasierten Präventionsprogrammes zur Förderung einer gesunden Entwicklung von Kindern und Jugendlichen mit einem Kooperationspartner (Triple P) begleitet. Durch die DFK-Förderung wurde Personalressource ermöglicht, die sich alleine der Frage einer bestmöglichen Implementierung widmete mit dem Ziel, eine „ideale“ Programmumsetzung zu realisieren – und darüber in einem Blog zu berichten.
Auch wenn „ideale“ Bedingungen und geförderte Implementationsberater selten zur Verfügung stehen, lässt sich doch auch aus den Erfahrungen lernen. Zusammengefasst haben wir
30 Leitfragen für Ihre eigene Implementierung
Eine Zusammenfassung der wichtigsten Erkenntnisse aus dem Projekt und Fragen, die Sie sich stellen müssen:
Die Implementierung mit all ihren Herausforderungen ist von zentraler Bedeutung für das Erreichen der Ziele und muss gezielt gefördert werden. Sie geschieht nicht von allein.
Welche Ressourcen können für die Implementierung genutzt werden? Können zusätzliche Ressourcen, z.B. personelle, geschaffen werden? Wer muss noch davon überzeugt werden, dass es den Aufwand wert ist? Wie kann das geschehen?
Ein Rahmenmodell zur Implementierung mit Hilfsmitteln und Leitfragen hilft allen Beteiligten dabei, alle wichtigen Aspekte zum richtigen Zeitpunkt zu berücksichtigen.
Verfügt das Programm, das Sie nutzen möchten, über ein Modell zur Implementierung? Welche Unterstützung können die Programmanbieter Ihnen bei der Implementierung bieten?
Eine klare Benennung von Rollen, Zuständigkeiten und Kommunikationswegen ist notwendig. Besonders den lokalen Koordinatoren kommt eine zentrale Rolle zu. Ihre Arbeit sollte von Implementierungsberatern begleitet und unterstützt werden.
Wer kann die lokale Koordination leiten? Soll diese Aufgabe hauptverantwortlich bei einer Person angesiedelt werden oder unter mehreren Personen aufgeteilt werden? Sind die Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten allen Beteiligten klar? Wer kommuniziert wann mit wem (z.B. anlassbezogen vs. anlassunabhängig)?
Zu erreichende Ziele sollten konkret definiert werden. Das ausgewählte Programm muss dann auf eine mögliche Erreichung dieser Ziele und eine Passung mit der Zielgruppe sowie den Strukturen und Gegebenheiten vor Ort sorgfältig geprüft werden.
Welche Ziele sollen mit dem Programm erreicht werden? Konnte das Programm in der Vergangenheit nachweisen, dass es zur Erreichung dieser Ziele beiträgt? Woran wird für Sie erkennbar, ob Ihre Ziele erreicht wurden? Wer überprüft das wann?
Die sorgfältige Auswahl und Schulung von Fachleuten sowie deren langfristige Begleitung und Unterstützung unter Einbezug ihrer Leitungskräfte trägt wesentlich dazu bei, dass das Programm auch wirkungsvoll umgesetzt werden kann.
Wer kann das Programm umsetzen? Soll das Programm Teil der Regelversorgung werden, und wenn ja, wie kann sichergestellt werden, dass die zeitlichen Ressourcen zur Verfügung stehen? Wie werden die Fachkräfte sowie die Leitungskräfte am besten angesprochen und informiert? Wie können sie angeregt werden, eigene Überlegungen zu einer gelungenen Implementierung anzustellen? Wie werden sie bei der Fortbildung sowie der ersten Umsetzung möglichst gut unterstützt?
Rückmeldeschleifen sollten sowohl die umsetzenden Fachleute als auch die Zielgruppe selbst mit einbeziehen. Informationen zur Qualität der Umsetzung und zur Annahme des Programms durch die Zielgruppe sollten somit regelmäßig erhoben werden und die Implementierung, wenn nötig, den Rückmeldungen entsprechend angepasst werden.
Von welchen Zielgruppen sollen Informationen eingeholt werden? Wie kann das passieren? Wie können Anreize geschaffen werden, Fragebögen o.ä. tatsächlich auszufüllen? Wo und wie werden die Informationen ausgewertet? Wie können sie bei Bedarf in die fortlaufende Implementierung einfließen?
Nachhaltigkeit erfordert langfristige Begleitung und wird idealerweise schon in der frühen Implementierungsplanung berücksichtigt. So sollten zum Beispiel langfristige Modelle der Materialbeschaffung und -verteilung erörtert und regelmäßige Workshops für die Fachkräfte geplant werden.
Wie können langfristig zeitliche, personelle und finanzielle Mittel zur Umsetzung des Programms bereitgestellt werden? Welche Materialien werden fortlaufend gebraucht und wie werden diese verwaltet? Wer bleibt auch langfristig Ansprechpartner für das Programm? Wie kann sichergestellt werden, dass das Programm auf der Agenda bleibt und nicht von tagesaktuellen Themen verdrängt wird? Wie kann der Ausfall fortgebildeter Fachkräfte durch z.B. Elternzeit, Ruhestand oder Jobwechsel kompensiert werden?